Ein Problem für viele Branchen

Fachkräftemangel

Fachkräftemangel: Definition und aktuelle Arbeitsmarktsituation

Der Fachkräftemangel ist schon seit einigen Jahren ein Dauerthema in den deutschen Medien. Darunter versteht man den Zustand einer Wirtschaft, in dem eine Vielzahl von Arbeitsplätzen nicht durch Mitarbeiter mit passender Qualifikation besetzt werden kann. Es stehen somit nicht genügend ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung, um den Bedarf des Marktes zu decken.

Der Mangel an Fachkräften war früher ein klassisches Problem von Entwicklungsländern. Länder wie Indien oder Brasilien boten jungen Menschen nicht genügend berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Deshalb sind gut ausgebildete Arbeitnehmer von dort ins Ausland abgewandert. Dort war der Verdienst deutlich höher, die Perspektiven waren nicht vergleichbar mit dem Heimatland. Heute bezieht sich der Fachkräftemangel aber nicht mehr nur auf Entwicklungsländer, sondern ist längst auch in Deutschland ein bekanntes Phänomen, das viele unterschiedliche Branchen betrifft.

Innerhalb Deutschlands fehlen vor allem in strukturell schwachen und ländlichen Regionen qualifizierte Mitarbeiter. Gerade hier macht sich auch die Abwanderung der jungen Generationen, den Fachkräften von morgen, in die Städte bemerkbar. Insgesamt beeinflusst auch der demographische Wandel, d. h. die immer älter werdende Gesellschaft mit geringeren Geburtenraten, die Arbeitsmarktsituation negativ.

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Diese Berufsgruppen sind am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen

Seit einigen Jahren macht sich der Mangel an Fachkräften in Deutschland beispielsweise in den Ingenieursberufen bemerkbar. Laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) und des Vereins Deutscher Ingenieure ist bis 2029 eine Lücke von bis zu 390.000 Ingenieuren zu füllen. Für viele Unternehmen ist deshalb das Abwerben von Fachkräften aus dem Ausland die unausweichliche Folge.

Auch in der Pflege, allen vorweg in der Altenpflege, dürfte sich der Fachkräftemangel noch verstärken. Zwar versucht die Branche, dem hohen Bedarf in Deutschland nachzukommen, doch dazu ist eine Vielzahl von Maßnahmen erforderlich, die sich bis auf eine Anhebung der Gehälter und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen erstreckt.

Auch im Handwerk kommt es zu starken Engpässen. Immer mehr Schulabgänger entscheiden sich für ein Studium, denn nur so denken sie, ist ihre Zukunft in sicheren Händen. Gleichzeitig nimmt aber auch die Zahl der Schulabsolventen ab und das Handwerk hat auch aufgrund des immer weniger gefragten Formats „Ausbildung“ alle Hände voll zu tun, die so wichtigen Handwerksberufe wieder attraktiv zu machen. Die Übersicht über die gefragtesten Berufsgruppen aus dem Jahr 2018 bestätigt die hohe Nachfrage nach den technischen Fachkräften.

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Top Berufsgruppen 2018

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Fachkräftemangel: Mythos oder Realität?

Dagegen ist auch immer wieder davon zu hören, dass der Fachkräftemangel nur ein Mythos sei. Was stimmt denn nun? Ist er denn nun da, der Fachkräftemangel? Einen richtigen Konsens gibt es darüber nicht, denn einerseits ist in den Medien kontinuierlich davon zu lesen, dass den Unternehmen und somit auch Personaldienstleistern die Bewerber fehlen. Andererseits gibt es in Deutschland so viele Arbeitnehmer wie noch nie zuvor: Aktuell sind es rund 45 Millionen Erwerbstätige.

Es kommt wohl darauf an, wer genau gefragt wird: Von den großen Unternehmen werden die wenigsten behaupten, dass sie vom Fachkräftemangel betroffen sind. Schließlich sind börsennotierte Unternehmen wie Apple, Google, Zalando und Co. durch die Bank weg bei Bewerbern beliebt. Auch hippe Start-ups liegen im Trend – gerade bei den Generationen Y bis Z, den Fachkräften von morgen. Ganz anders sieht es bei kleinen und mittelständischen Firmen aus, die sich an der Suche nach qualifizierten Fachkräften die Zähne ausbeißen. Auf dem Stellenmarkt sind diese Betriebe kaum sichtbar, weil sie in der Regel nicht die finanziellen Ressourcen haben, ständig in namhaften Jobbörsen zu schalten. Dementsprechend wenige Bewerbungen erhalten sie auch – wenn sie überhaupt welche bekommen.

Statt in großen Jobportalen veröffentlichen Firmen ihre Stellenangebote oft auf ihrer eigenen Homepage, viele traditionellere Betriebe nutzen auch noch die Stellenbörsen in Print-Titeln. Über Google sind Unternehmenswebsites für Bewerber in der Regel aber nicht auffindbar. Und welcher (junge) Bewerber durchwühlt heutzutage noch Zeitungen und Zeitschriften nach Jobs?

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Bewerber mit individuellen Vorzügen und Benefits für sich gewinnen

Der Fachkräftemangel in Deutschland gilt also besonders für den Mittelstand als besorgniserregend. Mit einem gut durchdachten Personalmarketing kann man hier gegensteuern. Durch das Marketing möchte sich ein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber mit einem starken Unternehmensimage positionieren. So sollen einerseits Fachkräfte auf Dauer an den Betrieb gebunden werden, es sollen aber auch neue, potente Bewerber angelockt werden. Offene Stellen sollen dadurch schneller durch gut ausgebildete Fachkräfte besetzt werden.

Im Prinzip basiert das Personalmarketing auf den gleichen Grundlagen wie das klassische Marketing. Es gilt, die Vorzüge der Marke des Unternehmens als interessanter Arbeitgeber herauszuarbeiten und für wechselbereite Fachkräfte verständlich und ansprechend darzustellen. Wichtig ist es, jede Zielgruppe einzeln zu berücksichtigen, um auf die individuellen Wünsche jedes Bewerbers einzugehen. Besonders junge Arbeitskräfte aus der „Generation Y“ stellen hier recht große Ansprüche, die mit den Ansätzen früherer Generationen nicht mehr vergleichbar sind.

Das Spektrum der angebotenen Benefits reicht von sehr guten Aufstiegsmöglichkeiten über attraktive Verdienstchancen bis hin zu „freiwilligen“ Angeboten wie betrieblichen Sportkursen oder Teamevents. Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte sind ebenfalls sehr gefragt und dienen der Mitarbeitermotivation. Nicht zu unterschätzen ist ein angenehmes Betriebsklima unter den Kollegen.

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Kampf gegen den Fachkräftemangel: Ohne Employer Branding geht es nicht

Um dem Fachkräftemangel im eigenen Unternehmen entgegenzuwirken bedient man sich unterschiedlicher Personalmarketing Maßnahmen zur Kommunikation innerhalb des Unternehmens und nach außen. Mit einem gut durchdachten Marketingkonzept soll es möglich sein, im War for Talents zu bestehen und die besten unter den gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften ins Unternehmen zu ziehen.

Methoden des Employer Branding sind beispielsweise:

  • Wettbewerbsanalyse: Vorab muss es einen Branchenvergleich geben, in dem festgestellt wird, was die Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens sind. Nur so kann man sich selbst überhaupt promoten
  • Kampagnen: Längerfristige Employer Branding Kampagnen können aus verschiedenen Elementen bestehen, z. B. aus multimedialer Werbung im Web oder auf Messen, Social Media und dem Redesign von Stellenanzeigen
  • Karriereseite: Web-Pflege ist wichtig und eine gut gemachte Website ist eine Grundvoraussetzung, um Online-Bewerbungen realisieren zu können
  • SEO: Suchmaschinenoptimierung durch strategische Keywords ist essentiell, wenn ein Unternehmen im Internetdschungel gefunden werden will
  • Regionale Stellenmärkte und Branchen-Jobbörsen: Ganze Regionen und Branchen, die vom Fachkräftemangel stark betroffen sind, können sich zusammenschließen und ihr Recruiting über eine gemeinsame Karriere-Plattform inklusive Jobbörse vorantreiben

Wer all dies verstanden hat und die Personalbindungsinstrumente geschickt nutzt, kann sich in Zeiten des Fachkräftemangels gegenüber anderen Unternehmen durchsetzen. Das erfolgreiche Recruiting von qualifizierten Arbeitnehmern ist definitiv die Basis für den langfristigen Unternehmenserfolg.

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Fotos: shutterstock/Aleksej Antonuk, Fotolia/momius, Koroll

Sascha Neter

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