Ausbildungsmarketing

Der Fachkräftemangel in Deutschland erstreckt sich längst nicht mehr nur auf bestimmte Berufsgruppen wie die IT oder das Ingenieurswesen. Heutzutage stehen fast alle Unternehmen vor der Herausforderung, Nachwuchskräfte für ihre Stellen finden – ein Problem, das sich gerade aufgrund des demografischen Wandels verstärkt hat. Insbesondere typische Ausbildungsbranchen wie das Handwerk und die Pflege sind verzweifelt auf der Suche nach Auszubildenden. Vor diesem Hintergrund hat sich das Ausbildungsmarketing entwickelt. Dieses soll dafür sorgen, dass interessierte Bewerber und Unternehmen einfacher zueinander finden.

Was ist unter Ausbildungsmarketing zu verstehen?

Genauso wie um Kunden, muss heute auch um neue Mitarbeiter für das eigene Unternehmen geworben werden. Dass man sich nun auch auf die Azubis konzentriert, ist nur eine logische Folge der Knappheit, jedoch auch eine besonders wichtige Aufgabe – schließlich sind Auszubildende die zukünftigen Mitarbeiter, die das Unternehmen in Zukunft voranbringen werden.

Der Sinn des Ausbildungsmarketings ist es, mit der jungen Zielgruppe in Kontakt zu treten, sich klar als Arbeitgeber zu positionieren und dadurch Auszubildende, Werkstudenten und Volontäre als Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen. Man benutzt verschiedene Werkzeuge und Mittel, um die Generation der Millenials zu erreichen. Dabei muss der Spagat gelingen, auf der einen Seite die Werte der eigenen Firma klar zu vermitteln und auf der anderen Seite zu einem Wunsch-Arbeitgeber von angehenden Azubis zu werden.

Ist Ausbildungsmarketing wirklich so wichtig?

51 Prozent der Unternehmen in Deutschland geben an, dass sie nicht ausreichend Bewerbungen von potenziellen Azubis erhalten. Viele der knapp 500.000 ausgeschriebenen Ausbildungsstellen im Jahr können dadurch nicht besetzt werden. Unter dem Eindruck einer alternden arbeitenden Bevölkerung und immer mehr Menschen, die sich in die Rente verabschieden, fehlen in vielen Unternehmen die notwendigen personellen Ressourcen.
Das Schülermarketing soll also dafür sorgen, dass ein Unternehmen auch in der Zukunft auf einer soliden Grundlage mit guten Mitarbeitern funktionieren kann. Daher sollte man sich die folgenden Fragen stellen:

  • Welche Ausbildungsstellen sind zu besetzen?
  • Wie kann man als Arbeitgeber attraktiv für junge Menschen werden?
  • Wie werden die gewünschten Azubis auf die richtige Weise angesprochen?
  • Welche Maßnahmen sind für eine erfolgreiche Ansprache notwendig?
  • Wie bleibt man langfristig attraktiv?

Mit den Antworten auf diese Fragen kann der Einstieg in das Ausbildungsmarketing beginnen. Es geht aber nicht nur darum, dass man eine gewisse kritische Masse an Bewerbungen für die freien Stellen erhält. Es muss auch dafür gesorgt werden, dass die Azubis am Ende tatsächlich im Unternehmen bleiben. Die Abbruchquote ist noch immer hoch und viele junge Menschen entscheiden sich nach den ersten Monaten doch lieber für ein Studium. Erfolg ist nur dann gesichert, wenn die Azubis nach der Probezeit bleiben und im besten Fall ein Interesse daran haben, nach der Ausbildung im Unternehmen zu bleiben. Es braucht also eine ganzheitliche Lösung.

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Die Zielgruppe der Azubis: Was muss man über sie wissen?

Alles in allem ist es die Generation Z, die als potenzielle Kandidaten für Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Sie sind zwischen 16 und 24 Jahre alt und die neuen Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt. Einige Besonderheiten grenzen diese junge Menschen von bisherigen Generationen der Azubis ab:

  • Hohe Affinität bei der Technik und im Umgang mit den sozialen Medien
  • Neues Verständnis von Work-Life-Balance und persönlicher Entfaltung
  • Verständnis einer fairen Vergütung
  • Guter Ruf von Arbeitgebern als Möglichkeit für die eigene Profilierung

Die jungen Menschen stellen also ganz neue Anforderungen an ihre Arbeitgeber. Sie wollen gefordert und gefördert werden, sehen ihren Arbeitsplatz aber nicht als den einzigen zentralen Inhalt ihres Lebens an. Wer mit dem Ausbildungsmarketing beginnt, der muss also eben diese Generation verstehen, wenn sie am Ende geworben werden soll.

Die richtigen Maßnahmen für das Azubimarketing

Wer selbst aktiv werden möchte, für den ist der erste Schritt die Suche nach potenziellen Kandidaten für die offenen Ausbildungsplätze. Beim Active Sourcing von Auszubildenden sollte man die drei folgenden Aspekte beachten:

1. Ausbildungsmarketing beginnt bereits in den Schulen

Man muss auf dem Radar der potenziellen Azubis erscheinen, bevor es für sie in die Bewerbungsphase geht. Es beginnt daher bereits beim Schülermarketing. Viele Schulen bieten entsprechende Tage an, an denen sich regionale Unternehmen präsentieren können. Auch das Sponsoring von Veranstaltungen kann eine Möglichkeit sein, wie man die Sichtbarkeit bei den Eltern wie auch den Schülern erhöhen kann.

2. Messen und Veranstaltungen nutzen

Für das Azubimarketing ist es darüber hinaus wichtig, dass man sich bei den regelmäßigen Events und Veranstaltungen präsentiert. In vielen großen Städten gibt es Messen für Arbeitgeber, auf denen sie aktiv für junge Menschen wie Schüler und Studenten werben können. Hier gibt es viele Möglichkeiten, wie man in Erinnerung der potenziellen Azubis bleibt und Bewerber anlocken kann, zum Beispiel mithilfe von (gebrandeten) Give Aways.

3. Social Media und das Internet als Fokus für die Suche

Das Internet ist das führende Medium für die jungen Menschen, die man auf das eigene Ausbildungsangebot aufmerksam machen möchte. Daher ist es nur logisch, dass man hierein den größten Teil seines Budgets investiert. Mit attraktiver Werbung in spezialisierten Jobbörsen, einem guten Auftritt im Bereich Social Media und nicht zuletzt einer interaktiven Webseite mit ansprechenden Bildern sollte man sich gut aufstellen können. Darüber hinaus empfehlen sich gezielte Recruiting-Kampagnen, wie man sie auch vom „klassischen“ Employer Branding kennt.

Alles in allem lässt sich ein großer Teil des Ausbildungsmarketings darauf herunterbrechen, dass das Marketing auf Augenhöhe durchgeführt werden muss. Arbeitgeber müssen greifbar sein und nicht einfach Institutionen, vor denen die Auszubildenden zu großen Respekt haben, um sich überhaupt zu bewerben. Die eigene Unternehmenskultur sollte man zwar nicht komplett verändern – man muss aber flexibel auf die junge Zielgruppe eingehen und diese im richtigen Ton ansprechen. Der Erfolg wird den Aufwand dahinter aber durchaus lohnenswert machen.

Ganzheitliche Konzepte und Monitoring

Für einen langfristigen Erfolg reicht es nicht, sich ein Employer Branding Konzept abzugucken. Es muss eine individuelle Kampagne her, damit das eigene Unternehmen authentisch wiedergegeben werden kann. Andererseits müssen die gewählten Maßnahmen auch zur jeweiligen Zielgruppe passen. Wenn man zum Beispiel IT-Studierende sucht, dann muss diese Recruiting-Kampagne anders aussehen als eine, in der Schüler als Auszubildende zum Elektroniker gewonnen werden sollen. Außerdem braucht es eine dauerhafte Überwachung, um sicherzustellen, dass die gewählten Maßnahmen sich durch Erfolg rechtfertigen. Wer dabei auf die oben genannten Punkte achtet, sollte sich auf eine solide Grundlage stellen und schon bald keine Probleme mit dem Fachkräftemangel unter den Nachwuchskräften mehr haben.

Fotos: index GmbH, Koroll

Sascha Neter

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